Vom 28.02. bis 01.03.2026 fand die Jahrestagung der HERZ IN TAKT Defi-Liga e.V. in Münster statt. Über 280 Expertinnen und Experten haben seit 1992 in Vorträgen und Arbeitsgruppen diejenigen Themen aufgegriffen, die den Alltag von Patienten und ihren Angehörigen bestimmen – vom Kardiologen bis zum Sporttrainer, von der Psychologin bis zur Ernährungsberaterin.
Wir hatten einen wunderbare Jahrestagung 2026, bei der wir uns informieren, austauschen und viele persönliche Gespräche führen konnten.
Dr. med. Daniel Zandt ist niedergelassener Kardiologe in Lengerich. Seit 2015 behandelt der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Notfall- und Sportmediziner in seiner Praxis vor allem Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Gefäße. Patientinnen und Patienten mit einem Defibrillator gehören für ihn zum Praxisalltag – idealerweise kommen sie lediglich zur routinemäßigen Kontrolle, die er im besten Fall mit den Worten abschließen kann: „Alles prima, wir sehen uns in einem halben Jahr wieder.“ Sowohl an den Gesprächskreisen als auch an der Tagung hat Dr. Zandt bereits teilgenommen – unter anderem, um über die Herzschwäche aufzuklären. Auch Sebastian Schallenberg, Vorstandsmitglied der Defi-Liga, lebt in Lengerich. Er trägt seinen Defibrillator seit seinem 27. Lebensjahr, engagiert sich besonders für junge Betroffene und ist ehrenamtlich als telefonischer Ansprechpartner für das Osnabrücker Land tätig.
Wenn das Herz an Leistung verliert, verändert sich für viele Betroffene der Alltag grundlegend: Erschöpfung, Luftnot und wiederkehrende Klinikaufenthalte prägen das Leben mit Herzinsuffizienz. Umso wichtiger ist eine Versorgung, die nicht nur medizinisch auf höchstem Niveau ist, sondern auch Halt, Orientierung und Sicherheit im Alltag bietet. Genau hier setzt die moderne ambulante Betreuung an – sie denkt über einzelne Behandlungen hinaus und rückt den Menschen als Ganzes in den Mittelpunkt. Dr. Markus Engelen, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin sowie Oberarzt der Interdisziplinären Sektion Herzinsuffizienz am Universitätsklinikum Münster, betrachtet das Thema Herzinsuffizienz aus einer umfassenden Perspektive: Seine Erfahrung mit Herzinsuffizienz-Patient*innen reicht von der spezialisierten Klinikversorgung über die Herz-Ambulanz bis hin zur niedergelassenen Praxis. Im Gespräch mit Volker Scheid, Mitglied des Patientenbeirats der Defi-Liga, machte Dr. Engelen deutlich, dass es bei der modernen ambulanten Herzinsuffizienz-Versorgung auf ein eng verzahntes, interprofessionelles Versorgungsnetz ankommt, das medizinische Kompetenz, pflegerische Spezialisierung und die aktive Rolle der Betroffenen und Zugehörigen miteinander verbindet.
Mit Dr. Stefanie Reiermann war auf der diesjährigen Defi-Tagung eine Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie zu Gast, die in ihrem Arbeitskreis ein Thema aufgriff, das im Alltag oft unterschätzt wird: der engen Verbindung zwischen Herz und Nieren. Mit spürbarer Nähe zur Patientenrealität führte Dr. Reiermann zunächst in die Diagnose von Nierenerkrankungen ein, bevor sie sich dem komplexen Zusammenspiel der beiden lebenswichtigen Organe widmete – und last but not least für alle Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung stand.
Wie lebt man gut mit einem implantierten Defibrillator? Welche Rolle spielt die Nachsorge – und was hat sich durch moderne Technologien verändert? Auf der diesjährigen Patiententagung der Defi-Liga leitete Dr. med. Gregor Kerckhoff, Mitglied des medizinischen und wissenschaftlichen Beirats der Defi-Liga, einen Arbeitskreis zum Thema Nachsorge. Im Interview mit Volker Scheid, Mitglied des Patientenbeirats der Defi-Liga, sprach er anschließend über die wichtigsten Erkenntnisse, häufige Sorgen der Betroffenen und neue Perspektiven durch Monitoring.
Der Arbeitskreis am Sonntagmorgen widmete sich der Frage, welche Narkose bei der Implantation eines Defis die „richtige“ sei – denn für viele Patientinnen und Patienten ist es mehr als eine Detailfrage, ob sie ihren Defi unter Vollnarkose oder bei einer örtlichen Betäubung erhalten. Charlotte Müller, Anästhesistin am Universitätsklinikum Münster, war gekommen, um die Teilnehmenden über die Vor- und Nachteile der Vollnarkose und der lokalen Betäubung aufzuklären.
Ein Arbeitskreis mit Beate Stieber als Defi-Tägerin, Dr. med. Shahram Ramtin, einem Herzspezialisten und Klaus Lampenschulte als Angehöriger einer Defi-Trägerin.
Wenn die feinen Strukturen des Herzens mit moderner Medizintechnik in Berührung kommen, stellt sich eine scheinbar einfache Frage: Passen beide gut zusammen? Ein besonderes Miteinander von Körper und Technik nahm Dr. med. Gerrit Kaleschke, Oberarzt in der Klinik für Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen des UKM, in seinem Impuls-Vortrag in den Blick – das Miteinander zwischen der Trikuspidalklappe und der Defi- oder Schrittmacher-Elektrode. Denn: Bei der Implantation transvenöser Defis oder Schrittmacher verläuft die Elektrode über die Venen in die rechte Herzkammer, vor der die Trikuspidalklappe (T-Klappe) liegt. Elektrode und T-Klappe kommen also zwangsläufig miteinander in Kontakt – dauerhaft und bei jedem Herzschlag. Dieses Miteinander funktioniert meist unauffällig, doch es gibt Fälle, die eine T-Klappen-Insuffizienz zur Folge haben. Genau hier setzte Dr. Kaleschkes Vortrag an: Wodurch entsteht eine T-Klappen-Insuffizienz, wann wird sie klinisch relevant und welche interventionellen Verfahren gibt es aktuell?