Volker Scheid: Herr Dr. Kerckhoff, was ist aus Ihrer Sicht das Wichtigste, das Sie Menschen mit einem Defibrillator in Bezug auf die Nachsorge mitgeben möchten?
Dr. med. Gregor Kerckhoff: Das Wichtigste ist, einen vertrauenswürdigen Kardiologen an der Seite zu haben. Die Nachsorge lebt davon, dass Patienten ihre Fragen stellen – und zwar alle. Es geht darum zu verstehen, warum bestimmte Dinge so sind, wie sie sind. Patienten sollten deshalb keine Scheu haben, nachzufragen. Im Gegenteil: Sie müssen gewissermaßen selbst zu Experten für ihr Gerät werden, denn sie leben täglich damit.
Volker Scheid: Welche Themen oder Unsicherheiten haben die Teilnehmenden Ihres Arbeitskreises besonders beschäftigt?
Dr. med. Gregor Kerckhoff: Sehr präsent waren die vielen Verbote, die Patienten häufig mit auf den Weg bekommen. Diese führen oft zu einer unnötigen Verunsicherung oder zu Ängsten. Natürlich gibt es gewisse Einschränkungen, aber diese sind meist deutlich geringer, als viele glauben. Entscheidend ist, dass die Menschen wieder in ihr normales Leben zurückfinden – inklusive ihrer Hobbys und Aktivitäten. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt sollte man deshalb Wege finden, wie genau das gelingen kann. Das war für viele Teilnehmende ein ganz zentraler Punkt.
Volker Scheid: Ein weiterer Punkt, der oft angesprochen wird, ist das Monitoring. Welche Veränderungen bringt es für die Nachsorge?
Dr. med. Gregor Kerckhoff: Das Monitoring ist ein großer Fortschritt. Es ermöglicht eine viel engere Begleitung der Patienten – und zwar kontinuierlich, nicht nur bei den üblichen Kontrollterminen. Für die Patienten bedeutet das vor allem mehr Sicherheit. Für die behandelnden Ärzte eröffnet es die Möglichkeit, schneller und gezielter auf Veränderungen zu reagieren. Dadurch kann die Therapie deutlich besser gesteuert werden. Das Besondere ist, dass der Aufwand für die Patienten selbst minimal ist. Ein kleines Zusatzgerät zu Hause genügt – den Rest übernimmt das medizinische Team. Ich bin überzeugt, dass diese Form der Nachsorge in Zukunft ganz selbstverständlich wird.
Volker Scheid: Herzlichen Dank für diesen kurzen Rückblick.
Dr. med. Gregor Kerckhoff: Sehr gerne.

