Wenn man Thorsten fragte, warum ihm die Selbsthilfe so wichtig sei, verwies er auf seine eigene Geschichte: „Als ich damals meinen Defi bekam, hatte ich Fragen, von denen ich selbst noch nicht wusste, dass ich sie hatte – und die mir damals erst recht niemand beantworten konnte.“ Thorsten beließ es nicht dabei, Antworten nur für sich selbst zu finden. Ihm war es ein besonderes Anliegen, sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzugeben – etwa indem er sein Know-how in das Ratgeber-Buch der Defi-Liga einbrachte und damit auch anderen Betroffenen Orientierung bot. Früh erkannte Thorsten auch, wie wichtig Austausch und gegenseitige Unterstützung nach lebensverändernden Krisen sind. Als einer der Ersten brachte er deshalb Menschen mit Defi miteinander ins Gespräch und vernetzte sie digital. Er gründete und moderierte das Defi-Forum, in dem heute mehr als 2.800 Betroffene ihre Erfahrungen teilen, diskutieren und Halt finden. In tausenden Beiträgen wird dort sichtbar, wie viele Defi-Patient*innen auf der Suche nach Orientierung und Hoffnung sind und durch Thorstens Initiative beides fanden.

Seine letzten Wochen verbrachte Thorsten im Krankenhaus, getragen von dem Wunsch, wieder zurück ins Leben, ans Meer und zu „seiner“ Selbsthilfegemeinschaft zu finden. Dass er es nicht geschafft hat, lässt uns bestürzt zurück. Wir behalten ihn in unseren Gedanken als den besonnenen Mann aus dem Norden, der die Arbeit der Defi-Liga leise und unermüdlich mitgeprägt hat. Sein Engagement, seine Menschlichkeit und seine ruhige Stärke fehlen uns bereits jetzt.

Zeitlebens hat Thorsten in der Nähe des Meeres gelebt. Auf hoher See wird er auch seine letzte Ruhe finden.

In Dankbarkeit und stillem Gedenken

Angelika Däne
im Namen des gesamten Vorstands der Herz IN Takt Defi-Liga e.V.