Riskantes Obst: So gesund Grapefriuts auch sind – in Kombination mit bestimmten Medikamenten kann ihr Verzehr riskant sein. Defi-Patienten sollten vorher unbedingt ihren Arzt befragen. Foto: PixabuyRiskantes Obst: So gesund Grapefriuts auch sind – in Kombination mit bestimmten Medikamenten kann ihr Verzehr riskant sein. Defi-Patienten sollten vorher unbedingt ihren Arzt befragen. Foto: PixabuyGrundsätzlich kann man Grapefruits wohl als gesunde Nahrungsmittel bezeichnen. Stimmt auch – gäbe es da nicht ihre Wirkung auf eine stattliche Reihe von Arzneimitteln. Forscher haben festgestellt, dass die Früchte einen Stoff enthalten, der die Wirkung bestimmter Arzneimittel enorm verändern kann. Zum Teil mit gefährlichen Folgen. Da viele häufig verschriebene Arzneimittel mit der Zitrusfrucht reagieren, empfiehlt die Pharmazeutin Isabel Waltering allen Defi-Patienten vor dem Verzehr von Grapefruits die Überprüfung ihrer Medikation durch einen Arzt oder Apotheker.

Bestimmte Stoffe in Grapefruits blockieren Enzyme im menschlichen Darm, die für den Abbau von Arzneimitteln unentbehrlich sind. Diese Stoffe heißen Furanocumarine . Werden Arzneimittel aber nicht abgebaut, heißt das, dass sich ihre Wirkung erhöht. „Das kann dazu führen,“ so Isabel Waltering, „dass der Patient eine Tablette nimmt und diese dann wirkt, als hätte er zwei genommen.“ Dieses Grapefruit-Phänomen entdeckten Wissenschaftler bereits vor rund 20 Jahren. Bei über 40 Medikamenten kann es sogar zu schweren Nebenwirkungen bis hin zum plötzlichen Herztod kommen. „Insofern“ so Waltering „sollten Defi-Patienten natürlich besonders aufmerksam sein.“

Medikamente überprüfen

Mittlerweile sind über 80 Medikamente bekannt, die mit Furanocumarine reagieren. Darunter sind viele gängige Präparate wie Herz-Kreislauf-Mittel, Antibiotika, Krebsmittel und Blutfett-Senker. Schon ein Glas Grapefruitsaft pro Tag kann die Konzentration ihrer Wirkstoffe im Körper ansteigen lassen. Außerdem weiß man heute, dass auch weitere Zitrusfrüchte wie Bitterorangen, Limetten und Pampelmusen Furanocumarine enthalten. Solange Patienten mit ihren Arzt nicht geklärt haben, ob sie diese Früchte essen können, sollten sie besser darauf verzichten. Isabel Waltering: „Es reicht leider auch nicht, wenn man einen zeitlichen Abstand einhält. Die Wirkung der Furanocumarine ist auch noch Stunden nach dem Verzehr des Obstes aktiv.“

Text: Birgit Schlepütz
Foto: Pixabay

Quellen: Impulsvortrag Isabel Waltering, Akademietagung der Defi-Liga in Münster, 2017, Sekundärquellen: zentrum-der-gesundheit.de  und aponet.de