Münster - Menschen mit einem Defibrillator und ihre Angehörigen haben oft viele Fragen und Ängste. Das traditionelle Forum der Defi-Liga im Franz-Hitze-Haus bietet ihnen dafür eine Möglichkeit.

Von Martina Döbbe, Westfälische Nachrichten, Münster

Stabwechsel  – hier symbolisch mit einem Defibrillator (v.l.): Dr. Klaus Hampel, Maria Kröger, Dr. Florian Reinke, Angelika Däne, Prof. Dr. Lars Eckardt und Helmut Kühlert. Foto: ide, WNStabwechsel – hier symbolisch mit einem Defibrillator
(v.l.): Dr. Klaus Hampel, Maria Kröger, Dr. Florian Reinke, Angelika Däne, Prof. Dr. Lars Eckardt und Helmut Kühlert. Foto: ide, WN
Da bleibt einem ja das Herz stehen – für manche ein Spruch, der ganz unbedacht über die Lippen kommt. Für andere Realität: „Wer einmal erlebt hat, dass sein Herz aus dem Takt gerät oder aussetzt, der wird diese Angst nie wieder los“, sagen Betroffene. Und so ist der Umgang mit der Angst auch ein wichtiges Thema, wenn sich auf Einladung der Defi-Liga Münster Betroffene, Angehörige, Ärzte und Psychologen zu ihrer Jahrestagung treffen, die sich aus bescheidenen Anfängen 1992 zu einem bundesweit anerkannten Forum entwickelt hat. Anmeldungen kommen aus Stuttgart ebenso wie aus Hamburg. Menschen, die einen Defibrillator tragen, leben von dem Tag an anders: „Das Konzept, sich hier auszutauschen, auch die Angehörigen einzubeziehen, ist ein Erfolgsmodell geworden“, freuen sich Angelika Däne und Dr. Klaus Hampel, der bisher im Franz-Hitze-Haus für dieses Projekt Ansprechpartner war.

Nun hat er sich in den Ruhestand verabschiedet, sein Herz aber hängt im wahrsten Sinne des Wortes noch an dieser Veranstaltung. Die Tagung am 28. Februar und 1. März hat er noch mitvorbereitet, abschließend hat er ganz symbolisch den Defibrillator an seine Nachfolgerin Maria Kröger weitergereicht. Die Organisatoren freuen sich, dass sie zudem mit Prof. Dr. Lars Eckardt als Leiter der Abteilung für Rhythmologie im Fachbereich für Kardiologie und Angiologie auch das Universitätsklinikum Münster als verlässlichen Partner mit im Boot haben. Der Experte berichtet von rund 400 Eingriffen jährlich in der Herzklinik, die allein etwas mit dem Defibrillator zu tun haben: „Etwa 150 neue Geräte werden eingesetzt, bei den übrigen Eingriffen geht es um Batteriewechsel ebenso wie um Komplikationen, die immer auftreten können.

„Es läuft nicht alles glatt, wenn man ein solches Gerät hat“, betont auch Angelika Däne. Sie ist Vorsitzende von „Herz in Takt“, der Defi-Liga Münster, mit rund 145 Mitgliedern. In Deutschland sind es aktuellen Erhebungen zufolge rund 100 000 Menschen, die mit einem Defibrillator leben. Neben dem Umgang mit der Angst geht es beim Forum in Münster auch um die herzgesunde Ernährung, um Nebenwirkungen von Medikamenten, die zum Beispiel auf die Nieren gehen können, um die Situation junger Patienten mit einem Defi, aber auch um die Sorgen der Angehörigen, um Möglichkeiten, als Defi-Träger auf Reisen zu gehen und Urlaub zu machen. Über 100 Interessierte haben sich bereis angemeldet, es gibt noch freie Plätze. Kontakt unter Franz-Hitze-Haus, Telefon 98 18 422. 

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