Neue Räumlichkeiten der Defibrillator/Schrittmacher-Ambulanz im UKM  

Seit ca. 30 Jahren werden Defibrillatoren implantiert. Seit 20 Jahren spielt die Defi-Liga Münster eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Patienten und behandelnden Ärzten am UKM. Die Anforderungen an alle haben sich seither sehr gewandelt. Wurden zu Beginn Defibrillatoren nur Menschen eingepflanzt, die bereits einen plötzlichen Herzstillstand erfahren hatten, implantieren die Spezialisten die Geräte immer öfter prophylaktisch auch bei jungen Menschen. Durch viel Glück werden z.B. Rhythmusstörungen bei vermeintlich gesunden Menschen festgestellt,  etwa durch ein auffälliges EKG oder weil ein junger Mensch auf unerklärliche Weise häufiger bewusstlos wird.

Seit vierzehn Jahren lebt Helmut Kühlert dank eines implantierten Defibrillators. Mittlerweile haben ihm die Spezialisten am UKM drei dieser Lebensretter, die das Herz des 64-Jährigen in Takt halten, eingesetzt: „Damit lebt es sich größtenteils sogar ausgezeichnet“, will Kühlert anderen Betroffenen Mut machen.

Ängste nehmen durch gute Aufklärung  

Die Vielzahl der Ängste und Fragen sind Helmut Kühlert sehr bewusst. Er erlebt die Veränderungen selbst mit. Nur zu gerne unterstützt er deshalb die Defi-Liga Münster bei der Aufklärungsarbeit: „Die jungen Leute haben ganz andere Fragen. Viele beinhalten ästhetische Aspekte, oder wie und ob man mit so einem  Defibrillator ein „normales“ Arbeitsleben führen kann.
Sowohl Patienten als auch Ärzte können da von unseren Erfahrungen profitieren.“

Deaktivierung von Defibrillatoren  

Jährlich werden am UKM fast 300 Defibrillatoren unterschiedlicher Bauweise implantiert. Ca. fünf solcher Geräte werden pro Jahr deaktiviert. Das Thema Deaktivierung oder Explantation rückt bei den Experten immer mehr in den Fokus, weiß Univ.-Prof. Dr. Lars Eckardt, Leiter der Abteilung für Rhythmologie im Department für Kardiologie und Angiologie am UKM: „Der Defibrillator dient dazu Leben zu erhalten. Bevor so ein Gerät deaktiviert wird, haben mit dem Patienten und allen wichtigen Beteiligten (Hausarzt, der Selbsthilfegruppe Defi-Liga, Psychologen etc.) ausführliche Gespräche stattgefunden. Sehr alte oder sterbenskranke Menschen haben ein Anrecht darauf, dass ihr Leiden nicht unnötig verlängert wird.“
Die neuesten technischen Entwicklungen müssen laut Prof. Eckardt immer im Gesamtzusammenhang mit der Situation des einzelnen Patienten gesehen werden. So profitieren Patienten am UKM z.B. beim Auswechseln defekter Elektroden oder Geräte von modernsten Technologien. Die Experten können die nötigen Eingriffe sehr viel schonender durchführen als noch vor wenigen Jahren, z.B. anhand moderner Laserverfahren.

Neue Defibrillator/Herzschrittmacher-Ambulanz

Damit das Herz der vielen Patienten weiterhin in Takt bleibt, ist viel Taktgefühl nötig, weiß Angelika Däne von der HERZ IN TAKT Defi-Liga Münster. Sie freut sich deshalb besonders über die neuen Räumlichkeiten der Ambulanz: „Alles ist jetzt viel freundlicher gestaltet. Es gibt einen schönen Anmeldebereich. Die beiden Untersuchungsräume sind gut abgetrennt, so dass die nötige Privatsphäre gegeben ist und man sich als Patient gut aufgehoben fühlt.“
Auch Angelika Däne hat mehrere Jahre mit einem implantierten Defibrillator gelebt.

Veranstaltungswochenende zum 20-jährigen Bestehen der Defi-Liga

Am ersten Wochenende im März finden zwei Veranstaltungen im Franz Hitze Haus statt. Es besteht eine enge Kooperation zwischen UKM, Selbsthilfegruppe Defi-Liga und der Akademie Franz Hitze Haus.

Pressemitteilung der UKM vom 26.02.2013