Dr. med. habil. Christopher Piorkowski. Foto: © BIOTRONIKDr. med. habil. Christopher Piorkowski. Foto: © BIOTRONIKDr. med. habil. Christopher Piorkowski ist leitender Arzt des Herzzentrums der Universitätsklinik Dresden und war selbst an der IN-TIME-Studie beteiligt. In einem Interview schildert er seine Erfahrungen mit Home Monitoring und verrät, warum er diese Form der Nachsorge seinen Patienten empfiehlt.

 

 

 

 

Dr. Piorkowski, welchen Nutzen haben die Studiendaten für die Versorgung der Patienten in der Praxis?

Die IN-TIME-Studie hat erstmals gezeigt, dass die Sterblichkeit von Patienten, die an Herzinsuffizienz leiden, unter Einsatz von BIOTRONIK Home Monitoring um über 50 Prozent reduziert werden kann. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, das Herz kontinuierlich und engmaschig zu beobachten und bei wichtigen klinischen oder auch technischen Veränderungen rechtzeitig einzugreifen. Bislang mussten Träger von Herzschrittmachern, ICDs oder Biomonitoren in festen Abständen zur Nachsorge in der Klinik oder Arztpraxis erscheinen – wenn in der Zeit dazwischen eine Rhythmusstörung aufgetreten ist, hat der Arzt davon manchmal gar nichts mitbekommen, oder der Patient hat sich erst so spät beim Arzt gemeldet, dass eine Krankenhauseinweisung unumgänglich war. Mit Home Monitoring habe ich das Herz des Patienten im Blick, auch zwischen den Nachsorgen, und kann bei Bedarf schnell handeln.

Welcher Vorteil entsteht dabei für Patient und Arzt?

Klinisch bedeutsame Veränderungen können dank Home Monitoring frühzeitig erkannt werden. Dies ist besonders wichtig bei schleichenden Veränderungen oder asymptomatischen Ereignissen, wenn der Patient selbst also keine Beschwerden verspürt. Gerade das Vorhofflimmern verläuft zu Beginn oftmals ohne Beschwerden, birgt aber ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und weitere bedrohliche Komplikationen. Von Home Monitoring profitiert nicht nur der Patient, auch ich als behandelnder Arzt habe mehr Sicherheit, wenn ich weiß, dass meine Patienten auch zwischen den Nachsorgeterminen gut versorgt sind.

Welchen Patienten empfehlen Sie Home Monitoring – und an wen kann sich ein Patient wenden, um es zu bekommen?

Von Home Monitoring profitieren alle Patienten mit einem kardialen Implantat.

Patienten, die sportlich aktiv sind oder viel reisen, kommt diese Fernnachsorgetechnologie auch deswegen zugute, da ihr Herz immer im Blick des Arztes bleibt – unabhängig davon, wo sie sind. Inzwischen wurde diese Form der Nachsorge ja auch in die Leitlinien aufgenommen, Patienten sollten von ihrem Arzt daher zumindest informiert werden über diese Möglichkeit. Einige Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten für das Patientengerät, den CardioMessenger, und ich hoffe, dass es bald auch eine einheitliche Finanzierung geben wird, so dass der Zugang zu dieser Technologie allen Patienten offen steht.

* Quelle: entnommen aus: Biotronik Patienten-Newsletter Nr. 1, Juni 2015