Professor Johannes Kleinheinz ist kommissarischer Leiter der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Münster. Dort betreuen die Mediziner auch Defi-Patienten, die eine Zahnbehandlung brauchen. Im Interview erklärt Prof. Dr. Kleinheinz, wo die Risiken liegen und wie man sie umgehen kann

1.) Ist der Defi-Patient ein Risiko-Patient bei einer normalen Zahnbehandlung?

Das kommt auf den Umfang und die Art der Behandlung an. Eine normale Füllungstherapie, eine Kronen/Brückenversorgung oder eine parodontologische Behandlung stellen in der Regel kein Risiko für den Defi-Patienten dar. Eine Risikoabwägung sollte aber in jedem Fall vom behandelnden Zahnarzt unter Berücksichtigung der Grunderkrankung und der anstehenden Therapie vorgenommen werden. Nach Abschätzung des Risikos sollten dann die erforderlichen Rahmenbedingungen (kardiologisches Konsil, EKG-Überwachung, Sauerstoffvorlage, Pulsoxymetrie, i.v.-Zugang etc.) festgelegt werden. Die Bereitstellung dieser Rahmenbedingungen gehört nicht zur Routineausstattung jeder zahnärztlichen Praxis.

2.) Wie sehen sie diese Problematik? Wie geht die Zahn-Klinik damit um?

In der Poliklinik der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bieten wir eine Risikosprechstunde an, in welcher sich alle Risikopatienten vorstellen können. Je nach Risikoeinschätzung werden die Patienten entweder ohne weitere Vorbereitung in den Spezialambulanzen des Hauses (oder auch beim Hauszahnarzt), oder aber unter unserer Überwachung in unserer Abteilung durch die jeweiligen Spezialisten behandelt. Die Betreuung reicht dabei von der EKG-Überwachung bis hin zur stationären Überwachung.

 

Kontakt zum Autor:

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. J. Kleinheinz
Kommissarischer Leiter
Klinik und Poliklinik für Mund-, und Kiefer-Gesichtschirurgie
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude W30
Anfahrtsadresse: Waldeyerstr. 30
D-48149 Münster
Tel.: 0251-834-7005
Fax: 0251-834-7184
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