Prof. Dr. Andreas Hoffmeier. Foto: © Ilona Kamelle-NiesmannProf. Dr. Andreas Hoffmeier. Foto: © Ilona Kamelle-NiesmannBirgit Schlepütz: Professor Hoffmeier, Sie sind Herzchirurg am Universitätsklinikum Münster und haben heute über Organspende gesprochen. Es gibt große Kampagnen, die die Organspende ins Bewusstsein der Menschen rücken. Trotzdem bleiben die Wartezeiten auf ein neues Herz lang. Die Therapie setzt deshalb auf Alternativen. Was sind das für Alternativen? Können Sie uns ein, zwei Beispiele nennen?

Prof. Dr. Andreas Hoffmeier: „Wir sind heute in der Herzchirurgie so weit, dass wir alternative Formen anbieten, indem wir zum Beispiel Hochrisiko-Bypass-Operationen machen. Wir reparieren Herzklappen auch im Endstadium von Herzerkrankungen. Das ist auch möglich, weil sich auf der medikamentösen Seite der Therapie vieles weiter entwickelt hat. Letztendlich bleiben uns bei einer schweren Herzinsuffizienz nur die beiden Möglichkeiten: Herztransplantation oder eine Kunstherzimplantation.“

Birgit Schlepütz: Sie sprachen im Arbeitskreis auch davon, dass die mechanische Kreislaufunterstützung die Therapieform der Zukunft sei. Was habe ich mir darunter vorzustellen und: Was macht sie so wichtig?

Prof. Dr. Andreas Hoffmeier: „Das sind in der Regel heutzutage kleine Systeme, die zusätzlich zum Herzen im Herzbeutel implantiert werden können. Die haben den großen Vorteil, dass sie eben so klein sind und heutzutage auch sehr stabil laufen, so dass sie eben wenig mechanische und elektrische Probleme machen und letztendlich dazu führen, dass man einen Patienten zusätzlich mit einem Herzvolumen von vier oder fünf Litern unterstützen kann und dadurch auch wieder eine entsprechende Lebensqualität erreichen kann.“

 

Interview: Birgit Schlepütz
Foto: Ilona Kamelle-Niesmann