Ende Februar 2015 kamen in der Akademie Franz Hitze Haus wieder Mediziner, Therapeuten, ICD-Patienten und ihre Angehörige zusammen, um sich über Therapiemethoden, Risiken und Nebenwirkungen chronischer Herzkreislauferkrankungen auszutauschen. Weit über hundert Teilnehmer waren der Einladung zur Jahrestagung der Defi-Liga e.V. gefolgt – und verließen Münster nach zwei gesprächsreichen Tagen voller neuer Energie und mit vielen aktuellen Informationen.

Die Mischung macht’s

Prof. Dr. Lars Eckardt eröffnete die Tagung mit einem Vortrag zur Frage aller Fragen: »Einmal ICD – immer ICD?«.Prof. Dr. Lars Eckardt eröffnete die Tagung mit einem Vortrag zur Frage aller Fragen: »Einmal ICD – immer ICD?«.Traditionell starten beide Veranstaltungstage mit einem Vortrag für das gesamte Plenum. Den Auftakt machte in diesem Jahr Prof. Dr. Lars Eckardt, Leiter der Abteilung Rhythmologie am UKM. Mit seinem Vortrag »Einmal ICD – immer ICD?« warf er eine Frage auf, die wohl jeden ICD-Patienten interessiert.

 Prof. Dr. Gerd Gabriels sprach zum Auftakt des zweiten Tages darüber, was passiert, wenn Medikamente an die Nieren gehen. Prof. Dr. Gerd Gabriels sprach zum Auftakt des zweiten Tages darüber, was passiert, wenn Medikamente an die Nieren gehen.Auch der zweite Tag behandelte ein Thema, das viele Herzpatienten umtreibt: Prof. Dr. Gert Gabriëls, Leitender Oberarzt der nephrologischen Station am UKM sprach darüber, was passiert, wenn Medikamente an die Nieren gehen.

 

Eines sei hier schon einmal vorweg genommen: Professor Gabriëls beglückwünschte alle Akteure zu dieser Tagung. Sie sei ein hervorragendes Beispiel der Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten.

Einen Schwerpunkt abseits der Vorträge boten die Gesprächskreise – deren Verlauf die Teilnehmer_innen durch konkrete Fragen mitbestimmen können. Angelika Däne, Vorsitzende der HERZINTAKT Defi-Liga e.V. weiß, warum: „Wir richten uns mit der Tagung primär an die Patienten. Sie haben viele Fragen, die ihr tägliches Leben betreffen. Die Tagung ist für sie ein Forum, in dem sie Sorgen und Nöte zur Sprache bringen können. Im eng getakteten Klinikalltag bleibt dafür in der Regel wenig Raum.«

In den Gesprächskreisen ging es unter anderem um schlafbezogene Atemstörungen, den Umgang mit Ängsten, die besondere Situation junger Defi-Patienten sowie Tipps für das Reisen mit dem Defibrillator.

Erprobtes Organisations-Team

Zufriedene Organisatoren im Gespräch (v.l.n.r.): Maria Kröger (Akademie Franz Hitze Haus) Prof. Dr. Lars Eckardt (Universitätsklinikum Münster) und Angelika Däne (HERZINTAKT Defi-Liga e.V.)	Zufriedene Organisatoren im Gespräch (v.l.n.r.):
Maria Kröger (Akademie Franz Hitze Haus), Prof. Dr. Lars Eckardt (Universitätsklinikum Münster) und Angelika Däne (HERZ INTAKT Defi-Liga e.V.)
Die Kardiologen um Prof. Dr. Lars Eckardt aus dem Universitätsklinikum Münster (UKM), der Vorstand der Defi-Liga e.V. und die Akteure in der Akademie Franz Hitze Haus hatten im Vorfeld der Tagung wieder ein gut organisiertes Team gebildet. Mehr noch – denn seit über 20 Jahren organisieren sie diesen praktischen und lebensnahen Austausch mit viel Herzblut und Engagement. Das war auch bei der aktuellen Tagung wieder deutlich spürbar: zahlreiche Ärzte aus dem UKM standen als Redner und Ansprechpartner bereit und die Vorstandsmitglieder der Defi-Liga e.V. kümmerten sich persönlich um alle Belange der Teilneher_innen.

Dr. Klaus Hampel, der die Tagung seitens der Akademie Franz Hitze Haus über 20 Jahre lang betreut hatte, ist nun im Ruhestand. Als er 2014 bei seiner Verabschiedung für seine Nachfolgerin Maria Kröger warb, hatte er nicht zu viel versprochen: Sie sorgte als neue »Hausherrin« für den reibungslosen Ablauf, moderierte die Veranstaltung und behielt das Wohl der Akademiegäste stets im Blick. Und auch die kleinen Dankeschön-Geschenke, die alle Gastredner erhielten, sollen hier erwähnt sein. Sie wurden wieder gespendet von Agnes Meile, die in Münster einen Feinkostladen betreibt und die Defi-Liga seit Jahren auf diese Weise unterstützt.

Dr. Klaus Hampel, Mitbegründer und wissenschaftlicher Beirat der Tagung, ging am 1. März in den Ruhestand.        Neue »Hausherrin«: Maria Kröger betreut seit 2015 die Tagung seitens der Akademie Franz Hitze Haus.
Dr. Klaus Hampel                                    Maria Kröger

Furioses Musikprogramm

Nach einem gemeinsamen Abendessen und einer regen Gesprächsrunde klang der erste Tagungs-Tag mit einem furiosen Konzert im großen Saal aus: Cellistin Paula Madden und der Pianist Leon Stüssel verführten die Zuhörer zunächst mit Ludwig van Beethovens Kammermusik-Variationen des Themas »Bei Männern, welche Liebe fühlen« – das aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Die Zauberflöte« stammt. Im Anschluss daran gaben die beiden den 2. Satz der Sonate d-Moll op. 40 für Violoncello und Klavier von Dimitri Schostakowitsch. Die Virtuosität und Leidenschaft der beiden riss die Zuhörer_innen förmlich aus den Sitzen: es gab stehende Ovationen. Paula Madden und Leon Stüssel besuchen die Jugendakademie Münster, die besonders begabten Kindern und Jugendlichen aus der Region eine umfassende und fachlich optimale musikalische Ausbildung ermöglicht. Derzeit bereiten sich die beiden auf den Landeswettbewerb Jugend Musiziert vor.

Standing Ovations gab es für das Konzert von Paula Madden (Violoncello) und Leon Stüssel (Piano). Beide absolvieren derzeit die Jugendakademie Münster.   Standing Ovations gab es für das Konzert von Paula Madden (Violoncello) und Leon Stüssel (Piano). Beide absolvieren derzeit die Jugendakademie Münster.
Standing Ovations gab es für das Konzert von Paula Madden (Violoncello) und Leon Stüssel (Piano).
Beide absolvieren derzeit die Jugendakademie Münster.

 

Text: Birgit Schlepütz
Fotos: Ilona Kamelle-Niesmann