Die teilnehmenden Ansprechpartner*innen am Coaching-Workshop 2021. Foto: © DEFI-LigaDie teilnehmenden Ansprechpartner*innen am Coaching-Workshop 2021. Foto: © DEFI-Liga

Mittlerweile hat sich das alljährliche Treffen unserer freiwilligen Ansprechpartner als feste Institution innerhalb der Defi-Liga etabliert. Unter dem Leitmotiv „Herzenssachen“ wurde der zweitägige Erfahrungsaustausch am 02. und 03. Oktober 2021 mit dem Seminar „Professionell Beraten“ kombiniert.

Nach einer kurzen Einleitung durch die Seminarleitung, den teilnehmenden Ansprechpartner Volker Scheid, wurde von allen Teilnehmern in einer kurzen Zusammenfassung ein Rückblick auf das vergangene Jahr vorgestellt und gemeinsam festgestellt, dass vermehrt Telefonate aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie geführt wurden.

Volker Scheid bedankt sich bei Dr. Julia Köbe für Ihren informativen Vortrag. Foto: © DEFI-Liga Volker Scheid bedankt sich bei Dr. Julia Köbe für Ihren informativen Vortrag. Foto: © DEFI-Liga Im nachfolgendem Vortrag „EPU und Ablation“ wurde von Frau Dr. Julia Köbe aus dem Universitätsklinikum Münster anschaulich dargestellt, wie und warum eine Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) am Herzen durchgeführt wird, welche Erkenntnisse daraus gezogen werden und wie diese die Basis für eine Ablation, also Verödung, von Herzmuskelgewebe darstellen, um damit „Fehlströme“ im Impulsleitungsmechanismus des Herzens zu beheben.

Die EPU ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem über Katheter elektrische Impulsen bewusst so eingesetzt, um Rhythmusstörungen des Herzmuskels zu erzeugen, die es dann ermöglichen Rückschlüsse auf die Krankheit und die vorhandene Schädigung des Herzens ziehen zu können. Dabei folgen die elektrischen Stimulationen in einer EPU einem fest vorgegebenem Protokoll, also einer genau definierten Reihenfolge, um einen nachvollziehbaren und gleichbleibenden Qualitätsstandard zu ermöglichen. Nur so kann gewährleistet werden, unter welchen Medikamenten, mit welchen Frequenzen und in welcher Stärke das Herz wie reagiert, wo ist die früheste Erregung bzw. der Ursprung. Durch die Stimulation wird so eine dreidimensionale "Landkarte" des Herzens und der Herzrhythmusstörung erstellt und ermittelt, wo der Ursprung und die Fehlstellen (Narben) im Leitungssystem sind.

Dem sehr informativen und anschaulich mit Katheter- und Videomaterial dargestellten Vortrag folgte der Workshop „An die Grenzen gehen und über die Grenzen hinaus“. Dieser Workshop wurde durch die teilnehmenden Ansprechpartner Beate Stieber, Volker Scheid und Frank-Detlev Busch ausgearbeitet und durchgeführt. Der 1. Seminartag klang mit einem gemeinsamen Abendessen und Meinungsaustausch über die neuen Erkenntnisse aus.

Tanja Gellermann erhält von Volker Scheid ein kleines Dankeschönpräsent für ihren sensibilisierenden Workshop. Foto: © DEFI-LigaTanja Gellermann erhält von Volker Scheid ein kleines Dankeschönpräsent für ihren sensibilisierenden Workshop. Foto: © DEFI-LigaDer Sonntag wurde mit einem Impulsworkshop von Tanja Gellermann zum Thema „Trauma und Regulation“ eröffnet. Tanja Gellermann ist Heilpraktikerin, Psychotherapie- und Sensitv-Coachin in Münster. Mit persönlicher Beteiligung wurden die Teilnehmer in die physischen und psychischen Toleranzgrenzen eingeführt, der Begriff Trauma wurde definiert und erklärt wie die psychische Regulationsbandbreite individuell bestimmt wird und warum deren dauerhafte Überbelastung in einen sogenannten Burn-Out führt.

 

Auch bei Apotheker Jan Borghorst bedankt sich Volker Scheid im Namen den Teilnehmenden für den informatven Beitrag zum Serminar. Foto: © DEFI-LigaAuch bei Apotheker Jan Borghorst bedankt sich Volker Scheid im Namen den Teilnehmenden für den informatven Beitrag zum Serminar. Foto: © DEFI-LigaAnschließend erwartete die Teilnehmenden ein Vortrag über „Medikamente in der Defi-Therapie“ des Münsteraner Apothekers Jan Borghorst. Er erklärte ausführlich den Unterschied von Antiarrhythmika und Mittel gegen Herzinsuffizienz. Erstere beeinflussen die körpereigenen Elektrolyte wie Natrium und Calcium und sind stark vom Wasserhaushalt des Körpers und dessen Regulator Niere abhängig. Insbesondere bei hohem Wasserverlust des Körpers, wie z.B. beim Schwitzen im Sommer oder bei Magen-Darm-Krankheiten mit Durchfall, kommt der Wasser- und damit der Elektrolythaushalt und infolgedessen auch der Haushalt der Antiarrhythmika-Medikamente im Körper durcheinander.

Insuffizienz-, also Herzschwäche-, Medikamente regulieren dagegen die körpereigene Schutzfunktion gegen die Herzschwäche. Der menschliche Körper bemerkt die fehlende Funktionalität des Herzens und steuert durch höheren Puls, mehr Wasser (linksseitige Herzschwäche = Wasser in der Lunge, rechtsseitig = in den Beinen) und höheren Blutdruck gegen. Dieses Rettungssystem des Körpers ist kurzzeitig sinnvoll, dauerhaft schädigt es jedoch das Herz, weil es sich vergrößert und fester (härter) wird. Um diese Dauerreaktion zu verhindern, werden z.B. ACE-Hemmer / AT1-Blocker, Betablocker, Spironolacton / Eplerenon, SGLT2-Blocker / Entresto, etc. eingesetzt.

Das Seminar wurde mit einem Dank an die Seminarleitung nach dem gemeinsamen Mittagessen mit einer Abschlussrunde am frühen Nachmittag geschlossen und die ehrenamtlichen Ansprechpartner gut vorbereitet in ein weiteres Jahr ihrer Freiwilligenarbeit entlassen.