Interviews mit DEFI-Träger_innen

 Frank Detlev Busch im Interview mit Birgit Schlepütz, Februar 2016. Foto: © Ilona Kamelle-NiesmannFrank Detlev Busch im Interview mit Birgit Schlepütz, Februar 2016.
Foto: © Ilona Kamelle-Niesmann
Zehn Sekunden bevor seine Straßenbahn einfährt, bricht Frank Detlev Busch an der Haltestelle zusammen und erleidet einen Plötzlichen Herztod. „Gott sei Dank“ sagt er, „ist damals ein Arzt ausgestiegen.“ Der stämmige Zwei-Meter-Mann sitzt am Tisch und während er seine Geschichte erzählt, erweckt er kein einziges Mal den Eindruck, dass er mit seiner Situation hadert. Im Gegenteil: Frank Detlev Busch erzählt mit fröhlichem Ton und lächelnden Augen. Das ist umso erstaunlicher, wenn man beobachtet hat, wie er – immer wieder kurz vor dem Stolpern und nach Gleichgewicht ringend – an den Interviewtisch gelangt ist. Denn Frank Detlev Buschs Geschichte fängt mit der Rettung an der Straßenbahnhaltestelle eigentlich erst an.

Nils (li.) und Joachim sind beide keine 25 Jahre alt. In einem Gespräch am Rande der Tagung erzählten sie ihre Geschichten.Nils (li.) und Joachim sind beide keine 25 Jahre alt. In einem Gespräch am Rande der Tagung erzählten sie ihre Geschichten.Nils Mutter ging zum Kardio-Check und Joachim ging mit seinem Kumpel ins Freibad. Am Tag darauf war für die beiden jungen Männer nichts mehr wie es war. Nils (23) weiß seitdem, dass er einen Herzfehler geerbt hat und trägt vorsorglich ein ICD. Joachim kollabierte beim Tauchversuch und trägt jetzt ebenfalls einen Defibrillator. Wie gehen junge Menschen mit solch einschneidenden Erfahrungen um? Ein Gespräch mit den jüngsten Teilnehmern der Defi-Tagung 2014. Ein Gespräch über Ängste und auch über den Humor, der einen vieles leichter nehmen lässt.