Häufige Fragen

In regelmäßigen Abständen veranstaltet die DEFI-Liga offene Gesprächskreise mit einem Gastreferenten/in und fragt bei Ärzten und anderen Experten nach. Wir dokumentieren hier Zusammenfassungen, die Ihnen Antworten auf die häufigsten Fragen geben sollen.




Was ist ein 3-Kammersystem?

3-Kammer-, CRT- (Cardial Resynchronisation Therapy) oder biventrikuläre Systeme sind die Bezeichnungen für Schrittmacher- und Defibrillatorsysteme, die bei entsprechender Indikation (s. u.) um eine weitere Elektrode erweitert werden, die selektiv die linke Herzkammer stimuliert.

Im Rahmen von Durchblutungsstörungen an Herzkranzgefäßen (Ischämien), Infektionen die das Herz betreffen (kardiotrope Viruserkrankungen) oder durch den Einfluss von toxischen Stoffen kann es zur schweren manifesten Herzinsuffizienz kommen. Symptome dieser Erkrankung sind z. B. eine Erweiterung der linken Herzkammer mit evt. darin begründeter Insuffizienz (Undichtigkeit) der Mitralklappe, Herzseptumdeviationen (Bewegungsstörungen der Herzscheidewand) und einer gestörten Erregungsleitung. Diese Gefügedilatation bedingt, zeitlich betrachtet, eine zu späte Erregung der linken Herzkammer und stellt sich im EKG als Linksschenkelblock dar. So kann es zu einer hochgradig eingeschränkten Herzleistung kommen. Mit Hilfe spezieller Elektroden wird die linke Herzkammer zusätzlich stimuliert, die dann wieder im richtigen zeitlichen Abstand zu den anderen Herzkammern schlägt. Es kommt zu einer Verkürzung des Erregungsablaufes der linken Herzkammer und führt damit nicht selten auch zur Verbesserung der meist gleichzeitig bestehenden Mitralklappeninsuffizienz.

Ziel ist die Verbesserung der herzinsuffizienten Situation eines Patienten. Die biventrikuläre Stimulation stellt die zurzeit modernste Form der Herzschrittmacher- und Defibrillatortherapie zur Behandlung einer schweren manifesten Herzinsuffizienz bei gleichzeitig bestehendem Linksschenkelblock des Herzens dar.

Was ist ein sICD?

Der Subkutane Implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren (sICD) besteht in der klinischen Praxis aus einem Gehäuse mit Minicomputer und Batterie und mindestens einer Sonde. Die Sonder wird in der rechten Herzhauptkammer platziert. Zwischen einem Anteil der Sonde und dem ICD-Gehäuse wird im Falle von gefährlichen Herzrhythmusstörungen ein Strom von bis zu 800 Volt Stärke abgegeben, um das Herz wieder in den richtigen Takt zu bringen. Neuerdings ist es bei speziellen Krankheitsbildern möglich, die Sonde, nicht wie gewohnt ins Herz, sondern nur unter der Haut (subcutan) neben dem Brustbein zu platzieren (Abb.1). Auch so kann ein entsprechend starker Strom das Herz wieder in den Rhythmus zurückbringen.

Was ist ein DDD-Schrittmacher?

Ein DDD-Schrittmacher ist ein Zweikammerschrittmacher. Er wird vor allem bei AV-Blockierungen eingesetzt. Bedarfsweise werden nacheinander der Vorhof und die Hauptkammer gereizt, so wird ein natürlicher Herzschlag imitiert. Der DDD-Schrittmacher kommt der physiologischen Funktion des Herzens am nächsten. Unterscheiden kann man dabei ventrikel- und vorhofgesteuerte Stimulationsmodi, je nachdem welche Herzebene die Zeitsteuerung vorgibt. Die Stimulation über die Elektroden erfolgt in beiden Fällen bei Bedarf in Vorhof und Kammer nach Ablauf einer einstellbaren Verzögerungszeit. Eine Herzaktivität im Atrium oder Ventrikel führt, wie auch bei einigen Einkammerschrittmachern, zur Unterdrückung der Impulsabgabe in der jeweiligen Kammer (inhibierend). Desweiteren kann der DDD-Schrittmacher detektierte Vorhofaktionen auf die Kammer weiterleiten (getriggert).

Wie klingt mein Defi: Alarmtöne?

Je nach Hersteller des gibt es Alarmtöne oder Vibrationen falls der Defi - z.B. durch ein Magnetfeld - kurzfristig deaktiviert wurde. Oftmals kann man diesen Ton z.B. auch in der Nachsorge hören, wenn der Abfragekopf aufgelegt wird. Wir raten allen DefiträgerInnen Magnetfelder möglichst zu meiden oder den Defi prüfen zu lassen, da Sie während Ihres Aufenthaltes in einem Magnetfeld aller Wahrscheinlichkeit nach nicht durch den Defi geschützt sind.

Medtronic:

Wenn der Defi durch Magnetauflage oder ein anderes ausreichend starkes Magnetfeld, kurzfristig deaktiviert ist, signalisiert der Medtronic-Defi dieses durch einen 20 Sekunden langen, durchgehenden Piepton.  Eine Audiofile dazu können Sie sich hier anhören...es ist einen durchgehenden Ton für 20 Sekunden. Im Prinzip signalisiert dieser Ton „alles in Ordnung, aber Defifunktion gerade inhibiert“. Diese Funktion haben alle Medtronic Defis.

Sollte es jedoch ein Problem geben, z.B. Batterieerschöpfung oder Sondenfehlfunktion, wird bei Magnetauflage der entsprechende Warnton abgegeben. Einer der Töne sagt, ob die Sonde defekt ist und der andere Ton sagt ob die Batterie nicht mehr genug Spannung hat. Hier können Sie sich Audiodateien mit den beiden möglichen Tönen anhören.

Diese Alarmtöne gelten nur bei Medtronic ICDs.  Sollten Medtronic Sonden mit anderen Hersteller-ICDs verwendet worden sein, gelten die Warnhinweise der jeweiligen Hersteller.   

Als Tip für Nachkontrollen (gilt für alle Patienten mit Medtronic Geräten ab Marquis-Familie) nachfragen, ob LIA (Lead Integrety Alert) aufgespielt/aktiviert ist. Damit wird man sehr frühzeitig gewarnt.

Biotronik:

Keine Töne

LivaNova:

LivaNova- (ehemals Sorin)-Defis haben keinen Alarm in Form eines Signaltons oder einer Vibration, sondern geben die Information einer in näherer Zukunft erschöpften Batterie bei der Nachsorge auf dem Programmiergerät oder bei Remote-Defis (Home-Monitoring) via Fernabfrage aus. 

St Jude Medical:

St Jude Medical-Defis alarmieren durch ein Vibrieren, ähnlich einem Vibrationsalarm beim Telefon.  Weitere Informationen zu Interaktionen (oder auch nicht) mit gängigen Haushaltsgeräten oder medizinischen Untersuchungen unter: www.sjm.de

Boston Scientific

Alle Defis von Boston Scientific geben einen Signalton ab, wenn das Austausch Kriterium erreicht ist. Dieser Signalton ist als Werkseinstellung immer aktiviert. Vom Arzt können weitere Signaltöne aktiviert werden.

Viele interessante Informationen finden Sie auch im Netz: http://www.bostonscientific.com/webapp/emarketing/travel/Dispatcher?REQUESTTYPE=TravelSearch

 

Wofür brauche ich den Defi-Ausweis?

Der Defi-Ausweis ist wie ein Arztbrief. Denn im Notfall können die Ärzte dem Ausweis wichtige Informationen entnehmen. Zunächst erfahren die Ärzte durch den Ausweis, dass der Patient überhaupt ein Defi-Träger ist und können die Behandlung daran anpassen. Außerdem gibt der Ausweis Infos über die genaue Erkrankung des Patienten.

Im Ausweis finden sich zudem weitere Angaben zum Patienten – wie die Adresse. Wenn der Patient während einer Rhythmusstörung nicht ansprechbar ist, wissen die Ärzte so, wie und wo sie die Angehörigen verständigen können. Ramtin wies die Teilnehmer deshalb daraufhin, beim Wechsel des Wohnortes immer sofort die Adresse im Defi-Ausweis zu aktualisieren.

Eine weitere Information, die Ärzte dem Ausweis entnehmen, ist der Hersteller des Geräts. Denn ob die Geräte von Herstellern wie Biotronik, Boston Scientific, St. Jude, Sorin oder Medtronic stammen, ist entscheidend. Der Arzt muss wissen, um welches Gerät es sich handelt, denn jedes Gerät hat eine eigene Programmierung und nur mit einem firmenspezifischen Programm können die Daten aus dem Gerät gelesen werden.  

Am Flughafen kann es für Defi-Träger außerdem ohne Defi-Ausweis zu Problemen kommen, denn Defi-Träger sollten nicht durch die Sicherheitsschleuse gehen. Um die Schleuse umgehen und per Hand abgetastet werden zu können, wird die Vorlage des Defi-Ausweises verlangt.

Also merken: Der Defi-Ausweis gehört für jeden Defi-Träger, wie der Personalausweis ins Portemonnaie.

Was passiert bei der Defi-Abfrage?

Alle drei Monate ist es für den Defibrillator (Defi) -Träger so weit: Er muss zum Check - der so genannten Defi-Abfrage. Dabei geht es darum, zu schauen, wie oft  der Defi seit der letzten Überprüfung geschockt hat, ob das Gerät richtig funktioniert und ob es richtig eingestellt ist. Der unangenehmste Teil der Abfrage ist für viele die Reizschwelle, bei der die Herzfrequenz erhöht wird. Im Idealfall werden bei der Abfrage auch individuelle Probleme mit den Ärzten besprochen. Manchmal bleiben aber noch offene Fragen. Wir haben deshalb mit den Mitarbeitern der Defi-Abfrage im Universitätsklinikum Münster (UKM) über oft gestellte Fragen und häufige Ängste gesprochen.

In sicheren Händen: Die Defi-Abfrage im UKM

Im Ostturm des UKM auf der Ebene 05 liegt die Defibrillator-Ambulanz . Bevor es ins Behandlungszimmer geht, nimmt Christel Neuhäuser an der Leitstelle die Daten des Patienten auf. „Mit den Unterlagen schicke ich die Patienten dann in die Ambulanz genau gegenüber“, sagt Neuhäuser und lächelt freundlich. Dort wird der Patient nach einer kurzen Wartezeit in einen kleinen Raum geführt - das Behandlungszimmer. Hier arbeiten heute Kardiologe Dr. Shahram Ramtin, Assistentin Maren Fröhlinghaus und Cornelia Hoppe vom Defi-Hersteller Boston Scientific. „Vor der Defi-Abfrage braucht niemand Angst zu haben“, sagt Cornelia Hoppe.

Die Abfrage dauert im Schnitt 15 bis 20 Minuten. Der Patient muss sich dafür auf eine Liege legen und nur den Oberkörper frei machen. Die Untersuchung wird ruhig und schmerzfrei durchgeführt und läuft nur über der Haut ab. Mittels einer Kelle, die aussieht wie eine kleine Untertasse, und über dem Aggregat aufgelegt wird, werden die Daten aus dem Gerät auf einen Computer übertragen. Diese Daten kann Maren Fröhlinghaus dann vom  Bildschirm ablesen. Die Abfrage  lässt sich dabei  in folgende Zwischenschritte einteilen:

Zunächst wird ein Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG) angelegt, um die Erregungsvorgänge im Herzen und den Herzrhythmus zu beurteilen. Dann beginnt die Überprüfung des Geräts mithilfe der Kelle. Um die Laufzeit des Defis zu prüfen, wird zunächst der Batteriestatus des Aggregats ermittelt. Dann wird das Aggregat mit der Elektrode überprüft, um zu schauen, ob mit dem Gerät und den Elektroden alles in Ordnung ist.

Bei der Speicherabfrage wird geschaut, welche Vorfälle es gab und wie oft das Gerät eingreifen musste, weil lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen vorlagen. Maren Fröhlinghaus fragt dann den Patienten, ob er sich an die Vorfälle erinnern kann und was er dabei gespürt hat.  Dann wird nach Ursachen für die vom Defi abgegebenen Therapien gesucht - zum Beispiel ob es ein Elektrodenproblem ist. Wenn gehäufte Herzrhythmusstörungen vorlagen, dann können diese eventuell mit Medikamenten behandelt werden.

Manchmal geben Defis aber auch inadäquate Schocks ab. Das heißt, der Defi schockt, obwohl eigentlich keine Gefahr besteht -  beispielsweise bei normalem Herzrasen nach körperlichen Anstrengungen. Diese Schocks empfinden manche Patienten als sehr unangenehm. Um weitere inadäquate Auslöser zu verhindern und damit die Lebensqualität des Patienten zu verbessern, können neue Einstellungen vorgenommen werden. "Wir können zum Beispiel eine " Wartezeit " einstellen oder verlängern, sagt Kardiologe Shahram Ramtin, "der Defi wird dann so programmiert, dass er Herzrasen einige Minuten lang akzeptiert, bis er schockt." Es ist also wichtig seinen Defi individuell einstellen zu lassen und mit den Ärzten offen über Probleme zu sprechen. Zum Abschluss der Speicherabfrage druckt Maren Fröhlinghaus die Ergebnisse aus und hängt sie an die Akte.  Beim UKM darf der Patient den Ausdruck nicht mit nach Hause nehmen. Iim Ausdruck finden sich viele Paramter und Abkürzungen, dies würde den Patienten eher verunsichern“, sagt Fröhlinghaus.

Der von einigen Patienten als unangenehm empfundene Teil der Abfrage ist die Reizschwelle. Um überprüfen zu können, ob die Elektroden richtig eingestellt sind, wird die Herzfrequenz kurz künstlich erhöht.  „Das kann der Patient spüren“, sagt Cornelia Hoppe von Boston Scientific, „es kann sich so anfühlen, wie wenn man schneller die Treppe hoch gelaufen ist. Aber das ist nichts Schlimmes."  Laut der Dr. Julia Köbe vom UKM besteht nur bei den Patienten ein sehr kleines Risiko, die generell eine hohe Neigung zu Herzrhythmusstörungen haben. Deshalb laufe parallel zur Reizschwelle immer ein EKG mit, so dass man im Notfall direkt eingreifen könne. Patienten bräuchten deshalb keine Angst zu haben.

Doch auch wenn die Defi-Abfrage eine Routineuntersuchung ist, können Ängste bestehen bleiben. Die Defi-Liga rät deshalb die Angehörigen mit einzubeziehen und sich bei der Defi-Abfrage begleiten und unterstützen zu lassen.

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Interview

Dr. Julia KöbeDr. Julia Köbe über die Defi-Abfrage“ (MP3-Datei)

Was genau passiert bei der Defi-Abfrage im UKM, welche Ängste viele Patienten haben, welche unnötig sind und wo Risiken liegen, darüber haben wir mit Dr. Julia Köbe vom UKM gesprochen.

Was passiert bei der ICD-Nachsorge?

Die Nachsorge fängt unmittelbar nach der Operation an. Zunächst wird ein Röntgenbild vom Brustkorb angerfertig, um die Lage der implantierten Elektroden zu überprüfen. Am ersten Tag nach der Operation erfolgt die erste Kontrolle. Dabei wird dem Patienten ein ICD-Ausweis ausgehändigt, der immer mitgeführt werden sollte.

Die nächste Kontrolle des ICD-Systems erfolgt etwa sechs Wochen nach der Implantation. Bei jeder Kontrolle werden nicht nur die „Standart-Parameter“ überprüft (u.a. sog. Sensing, Impedanzen, Reizschwelle u.v.m.), sondern auch ein EKG geschrieben, die Medikamente aktualisiert und ggfs aktuelle Probleme besprochen. Dabei werden die Defi-Parameter auf die individuellen Bedürfnisse angepasst.

Bei stabilen Parametern erfolgen die weiteren Routinekontrollen alle drei Monate. In einigen Fällen kann eine Heimabfrage durch sog. Telemedizin erfolgen. In einigen Fällen ist eine vorzeitige Kontrolle des ICD-Systems notwendig z.B. nach Therapieabgaben, langsamen oder schnellen Rhythmusstörungen, Wahrnehmung von Signaltönen/Viberationen und/oder Verschlechterung des Allgemeinbefindens.

Autor:  Prof. Dr. Lars Eckardt, Beirat der Defi-Liga e.V.

Wie funktioniert Home-Monitoring?

Über eine normale Telefonleitung werden die Daten von Ihrem Defibrillator bzw. Schrittmacher per Knopfdruck oder vollautomatisch an den behandelnden Kardiologen übertragen. Die übertragenen Daten können auf einer geschützten Internetseite gesehen und bewertet werden. Dabei werden folgende Informationen empfangen:

  • aufgetretene Herzrhythmusstörungen,
  • aus dem Implantat abgegebene Therapien (z.B. Schocks bei ICDs),
  • Batteriestatus des Implantats,
  • Zustand der Elektroden.

Es sind vollwertige telemetrische Nachsorgen von Schrittmachern, ICD, CRT-D, CRT-P und Reveals möglich. Diese telemedizinischen Abfragen bieten u.a. den Vorteil einer Zeitersparnis durch bequeme und einfache Datenübertragung von zu Hause und volle Flexbilität wann und wo Sie die Nachsorge durchführen lassen. So können manchmal schnell unklare Beschwerden abgeklärt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit der präventiven Medizin durch kontinuierliche Monitorüberwachung der Patienten mit einer Herzschwäche (z.B. sog. „Carelink Optivol“ der Firma Medtronic oder CorVue™ bei der Firma St. Jude Mecial), so dass im Einzelfall frühzeitig vor Eintreten von Beschwerden eine Therapie eingeleitet werden kann und somit eine kardiale Dekompensation und u.U. stationäre Behandlung vermieden wird.

Trotz der gesendeten wichtigen Informationen ist immer zu beachten, dass die telemedizinische Datenübermittlung nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt und die klinische Beurteilung ersetzen kann! Viele Zentren führen deshalb eine kombinierte Betreuung über Telemedizin und persönliche Vorstellungen in Schrittmacher/Defi-Ambulanzen durch. In der Rhythmologie des UKM konnte beispielsweise auf diese Weise bei vielen Patienten die Anzahl der ambulanten Kontrollen reduziert werden und gleichzeitig aber die Qualität und persönliche Betreuung weiter fortgesetzt werden.

Autor:  Prof. Dr. Lars Eckardt, Beirat der Defi-Liga e.V.

Was bedeuten die Kürzel im Defi-Ausweis?

Die Defi-Ausweise und die in ihnen enthaltenen Begriffe und Kürzel sind vom Hersteller abhängig, deshalb kann man keinen einheitlichen Begriffskatalog erstellen. Hier haben wir aber einige wichtige Kürzel für Sie zusammengefasst:

In der Regel ist auf einer der ersten Seiten eingetragen, welche Elektrode (n) und welches Gerät implantiert ist/sind. Neben einer genauen Bezeichnung des Typs wird die Seriennummer mit angeführt

Brady: Zeigt an, ab wann der Defi langsame Störungen abfängt, also als Schrittmacher arbeitet. Je nach implantiertem Gerät geben die Kürzel DDD, DDI, VVI, VDD den Schrittmacher-Modus an (Stimulation nur in der Kammer, Stimulation in Vorhof und Kammer)

Tachy: Zeigt an, ab wann der Defi schnelles Herzrasen nach oben abfängt.

VT: Das ist eine programmierbare Zone. Ist der Herzrhyhtmus schneller als die programmierte Grenze, können Überstimulationsimpulse oder Schocktherapien abgegeben werden.

VT 1: ist eine zweite programmierbare Zone (unterhalb der VT-Zone). Ist der Herzrhythmus schneller als die programmierte Grenze, können wiederum Überstimulationsimpulse oder Schocktherapien abgegeben werden.

VF: ist die programmierbare Schockzone. Ist der Herzrhythmus schneller als die programmierte Grenze, werden in der Regel Schocktherapien vom Gerät abgegeben.

ATP:  Abkürzung für das 'antitachykarde Pacing /Überstimulationsimpulse ' Gibt Auskunft über die schmerzlosen Therapie, die der Defi abgibt, bevor er schockt.